Historie

Wie alles begann

Im Jahr 2002 feierte der Sachsenring seinen 75. Geburtstag - mit einer wechselvollen Geschichte seines Bestehens. Millionen zog dieses Stück sächsische Heimat in seinen Bann und Tausende lebten jährlich mit dem symbolträchtigen Ereignis "Sachsenring-Rennen". Der "Ring", wie die Fans ihn liebevoll nannten und nennen, als Plattform für Motorsportler berühmt zu werden und für die Fans das Erlebnis den Großen dieser Welt einmal die Hand zu schütteln oder sie einfach nur zu bewundern.

1927 waren da noch Zweifler, als man sich anschickte, Motorräder auf die Straßen rund um Hohenstein-Ernstthal "... um die Wette fahren zu lassen", wie es damals hieß. 130.000 kamen zum 1. Badberg-Viereck-Rennen zur Himmelfahrt am 26. Mai 1927. 1928 ging die zweite Auflage über die Bühne. Aber über 40 schwere Unfälle zwangen die Organisatoren durch den Druck der Bürgerschaft, von weiteren Veranstaltungen abzusehen.

Große Namen und Motorsport von Weltklasse

In den 30er Jahren wurden internationale Motorradrennen um die Großen Preise von Deutschland und Europa gefahren. Die Rennstrecke der Textil- und Karl-May Stadt Hohenstein-Ernstthal erregte internationale Aufmerksamkeit, sodass die Strecke im sächsischen Industriegebiet zwischen Chemnitz und Zwickau fester Bestandteil im internationalen Rennkalender wurde. 1937 bekam die Strecke ihren Namen "Sachsenring".

Ewald Kluge, Georg Meier, Karl Gall, Walfried Winkler, Kurt Mansfeld, der Engländer James Guthrie und die damaligen Stars aus Italien Serafini oder Pagani mit ihren DKW, BMW, Moto-Guzzi, Gilera und Norton-Maschinen wurden auch durch ihre Leistungen zwischen Badberg, Queckenberg und Heiterem Blick berühmt und sie bestimmten das Geschehen bis 1939. Auch Bernd Rosemeyer chauffierte seinen Auto-Union bei einer Präsentation durch die Straßen der Rennstadt.

Wiedergeburt des Sachsenrings 1949

Nach dem sinnlosen Krieg raffte man sich wieder auf, ein Rennen an wichtiger Stätte zu organisieren. Eine halbe Million Menschen dankten es 1949 den rührigen Organisatoren und fanden Entspannung und Erholung an einem Wochenende. Jährliche Fortsetzung dieses Ereignisses mit ständig 250.000 Besuchern waren das Ergebnis engagierter Arbeit.

An neue Namen musste man sich gewöhnen: Walter Zeller, Ernst Riedelbauch, Walter Knoch, Edgar Barth, Heiner Fleischmann, Noll/Cron, Schneider/Strauß, Theo Helfrich, Hans Stuck, Kurt Ahrens und, und ... Die Straßenweltmeisterschaften im Radsport im Jahre 1960 mit dem Lichtensteiner Bernhard Eckstein und dem legendären "Täve" Schur wurden zu einem weiteren Highlight im Historienblatt des 8,7 km langen Kurses.

Weltmeisterschaftsläufe vor beeindruckender Kulisse

Motorradweltmeisterschaftsläufe ab 1961 - ein Verdienst vieler fleißiger Organisatoren, der immer zahlreich erscheinenden Fans sowie des Engagements der internationalen Spitzenpiloten.

Elf Jahre gab sich die Weltelite die Klinke in Hohenstein-Ernstthal in die Hand, und viele der damaligen unvergessenen Helden freuten sich, jährlich am Sachsenring zu sein, so der heutige Tenor der einstigen Weltmeister Agostini, Reed, Redman, Taveri, Braun und Nieto. Giacomo Agostini fuhr während dieser WM-Ära die schnellste Rennrunde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 180 km/h.

Vom Boom bis zum Aus

Als ab 1973 nur noch Rennen der Ostblockstaaten durch die Regierung der DDR gestattet wurden, waren es merklich weniger auf den Tribünen geworden - man zog als Fan nun vielerorts ins nachbarliche Brünn, um die Lieblinge weiter zu bewundern. Aber es gab hier genug Menschen, die mit Enthusiasmus den Sachsenring weiter am Leben erhielten.

Wendler, Dörffelt, Drapal, Wächtler, Freudenberg waren einige, die dafür sorgten, dass guter Sport am Ring wieder Tausende verzauberte - dazu auch die "Vierräder" mit Melkus, Kaspar, Schumann, Nickoleit, die sich mit vielen anderen ihren würdigen Platz in der Ringgeschichte gesichert haben. 1990 kam dann das Aus für die ehrwürdige 8,7 Kilometer lange Naturrennstrecke. Drei Tote waren zu beklagen - die Sicherheit für die Zuschauer und Piloten hatte Priorität.

Neustart an alter Stätte

Mit der Errichtung des Verkehrssicherheitszentrums Sachsenring, das 1995 nahe der alten Rennstrecke auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei errichtet wurde, bot sich erstmals wieder eine Möglichkeit, Rennsport zu betreiben.

Insgesamt 5 Gesellschafter (der ADAC Sachsen e.V., der Landkreis Zwickau, die Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, die BMT Ingenieur-Consulting GmbH sowie die BKP Beteiligungs GmbH) realisierten hier ein Unternehmenskonzept, das in Deutschland einzigartig ist: aus einem modernen Fahrsicherheitszentrum und multifunktionalen Veranstaltungsgelände wird an 10 Tagen im Jahr eine nicht permanente Rennstrecke.

Motorsport auf dem neuen Sachsenring

Seit 1996 findet auf dem Sachsenring hochkarätiger Motorsport statt: Anfangs konnten die Fans je eine Motorrad- und eine Automobilveranstaltung verfolgen. Der Startschuss fiel 1996 mit der Austragung der Pro Superbike Meisterschaft und dem STW Cup. Die Zuschauermassen folgten dem Ruf des Sachsenringes abermals zu Tausenden und wurden mit der Austragung der Motorradweltmeisterschaft (seit 1997) und der DTM (bis 2002) belohnt. Endlich konnten die treuen Sachsenring-Fans wieder ihre internationalen Stars der Zwei- und Vierradszene wie Doohan, Biaggi, Rossi, Roberts, Aiello, Schneider und Alesi bejubeln.

Der "Neue Sachsenring" besteht bis zum Jahr 2000 aus Teilstücken des alten Sachsenrings, Bereichen der Gewerbegebietsstraße am Sachsenring sowie der Strecke innerhalb des Verkehrssicherheitszentrums. Wegen des großen nationalen und internationalen Interesses wurde mit grosser finanzieller Unterstützung des Landes Sachsen sowie des ADAC Sachsen e.V. die Strecke 2001 nochmals erweitert und nach den neuesten Sicherheitsstandards ausgebaut. Der Sachsenring bekam einen neuen Start/Zielturm, eine permanente Boxenanlage sowie eine überarbeitete Streckenführung, die den öffentlichen Verkehr nicht mehr tangiert.

Seit 2006 verfügt der Sachsenring über ein modernes multifunktionelles Pressezentrum.

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